HÄRLE-AKTUELL

Das Urteil ist gefallen: Bier darf nicht als "bekömmlich" bezeichnet werden

Der Bundesgerichtshof hat am 17. Mai in letzter Instanz entschieden: Bier darf nicht mehr mit der Angabe „bekömmlich“ beworben werden. Obwohl wir natürlich enttäuscht sind: Wir müssen das Urteil akzeptieren. Ihnen ein „Wohl bekomm’s“ wünschen – das dürfen wir aber noch! Und das tun wir natürlich sehr gerne! Vielleicht bald mal in einem unserer schönen Allgäuer oder oberschwäbischen Biergärten?
Großes Aufgebot beim Bundesgerichtshof: Kamerateams, Fotografen und zahlreiche Journalisten, aber auch Brauerkollegen und treue Härle-Fans warten gespannt auf den Beginn der Verhandlung. Nach dem Ruf des Gerichtsdieners „Der hohe Senat“ erheben sich alle. Fünf Richter ziehen mit ernster Mine in den Saal. Was folgt ist die sehr ausführliche Erörterung eines Themas, bei dem sich manche fragten, ob wir in Deutschland eigentlich kein größeres Problem zu lösen hätten: Darf Bier als bekömmlich beworben werden? 

Warum der lange Rechtsstreit über alle Instanzen? Musste das sein? „Schon mein Großvater warb mit dem Begriff“, so Gottfried Härle. „Deutsches Bier ist ein Kulturgut. Ich wollte geklärt haben, ob eine seit Jahrzehnten selbstverständliche und so zutreffende Charakterisierung unseres Volksgetränks tatsächlich nicht mehr erlaubt sein soll. Für uns. Aber auch für die ganze Branche.“ 

Leider haben wir vor Gericht verloren – mit folgender Begründung: Der Begriff „bekömmlich“ werde im allgemeinen Sprachgebrauch mit gesund, zuträglich und leicht verdaulich verbunden. Alkoholische Getränke dürften laut einer EU-Verordnung aber nicht mit gesundheitsbezogenen Angaben beworben werden. Wobei es dabei noch nicht einmal um eine Verbesserung des Gesundheitszustands gehen müsse, so der BGH, vielmehr genüge schon, wenn zum Ausdruck gebracht werde, dass der Verzehr keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit habe.  

Bier bekömmlich zu nennen ist nun also nicht mehr erlaubt – es sei denn, man bringt klar zum Ausdruck, dass man nur den Geschmack meint. Derart feinsinnige Unterscheidungen sind nicht Sache unserer Fans: „Klar ist euer Bier bekömmlich“, schrieben uns schon bei den vorinstanzlichen Urteilen viele per Mail, Facebook oder Twitter. „Die Richter haben pauschaliert“, so nach dem Urteil augenzwinkernd ein treuer Kunde. „Nur das letzte von zu vielen ist nicht bekömmlich“. Aber gilt das nicht auch für Torte oder Schweinshaxe? Für Milch und Kaffee? Zu viel vom Gleichen bekommt uns nie – das weiß jeder. Es gibt ja sogar eine entsprechende Redewendung: Allzu viel ist ungesund!  
Am köstlichen und so wohltuenden Geschmack unserer Biere ändert das Urteil nichts. Jede unserer fünfzehn Spezialitäten hat ihren ganz eigenen Charakter und besondere, individuelle Note – was nicht zuletzt auf die sorgfältige Auswahl unserer Rohstoffe, unsere traditionelle Brauweise und die Leidenschaft und das Können unserer Braumeister zurückzuführen ist.  

Kurze Chronik einer Realsatire 

„Bekömmlich“ nannten wir unsere Biere über ein Jahrhundert lang. Bis uns am 30. Mai 2015 ein Brief des Verbands Sozialer Wettbewerb aus Berlin ins Haus flatterte, in dem wir aufgefordert wurden, ab sofort auf den Begriff zu verzichten. Das wollten wir nicht – und so fanden wir uns vor dem Landgericht Ravensburg wieder. Dort sind wir leider unterlegen. Es wurde uns untersagt, unser Bier als „bekömmlich“ zu bezeichnen. Das wollten wir nicht hinnehmen und gingen in die nächste Runde. Doch das Oberlandesgericht bestätigte das vorinstanzliche Urteil. Weil es nicht nur uns, sondern letztlich die ganze Brauereibranche betraf, beschlossen wir, die Frage endgültig klären zu lassen und zogen vor den Bundesgerichtshof.  

Veröffentlicht am: 05.06.2018
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