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Kunst im Spannungsfeld zwischen künstlicher Intelligenz und Natur.
Der Kurator Adi Hoesle, Gottfried Härle und Esther Straub von der Brauerei Clemens Härle laden zu einem gemeinsamen Kulturprojekt ein. Insgesamt 16 Künstlerinnen und Künstler stellen ihre Werke vor.


Symbiosis - 
Wenn Algorithmen 
von roten Rosen träumen

 Vernissage 

22. November 2026 | 11 Uhr

Historischer Gärkeller
Brauerei Clemens Härle
Am Hopfengarten 5
88299 Leutkirch im Allgäu

 Öffnungszeiten 

23. November 2026 bis 30. April 2027
Samstag und Sonntag
13 bis 18 Uhr

 Eindrücke 

 

… der historische Gärkeller: Die einzelnen Bottiche werden von den Künstlerinnen und Künstlern auf unterschiedlichste Weise bespielt und gestaltet.

 Konzept 

 

Künstliche Intelligenz im Spiegel der zeitgenössischen Kunst

Die (Un)möglichkeit des Duftes.

Der Titel dieser Ausstellung „Symbiosis – Wenn Algorithmen von roten Rosen träumen“ markiert das Diskussionsfeld einer modernen Wissensgesellschaft und ihren Datenmodellen in einer mehr und mehr durchdeklinierten Digitalwelt. Es steht die Frage im Raum, was bleibt, wenn die physische Welt auf ihre Information reduziert wird. In der Begegnung zwischen organischer Skulptur und Binärcode offenbart sich nicht etwa eine harmonische Verbindung, sondern das was Jean Baudrillard als „Hyperrealität“ bezeichnete:

Ein Zustand, in dem die Simulation (der Traum des Algorithmus) realer zu sein scheint als die Rose selbst. Die Rose wird zum Simulacrum, also zum Abbild, zur reinen Kopie.

Walter Benjamin konstatierte bereits im frühen 20. Jahrhundert, dass das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit seine „Aura“ verliert – jenes „hier und jetzt“, seine einmalige Existenz an dem Ort, an dem es sich befindet. Wenn der Algorithmus von einer Rose träumt, generiert er ein Bild ohne Ort und ohne Geschichte. Die duftende Rose kann dieser Entfremdung einen Widerstand entgegensetzen. Sie besitzt eine Aura, weil sie hier ist und – weil sie sterblich ist. Im digitalen Raum aber ist die Rose unsterblich und sie ist ontologisch leer. Sie ist ein Abbild, das kein Original mehr braucht.

Der zeitgenössische Philosoph Byung-Chul Han beschreibt unsere digitale Gegenwart als eine „Erzählung des Glatten“. Die Künstliche Intelligenz duldet keinen Schmerz, keinen Widerstand, keine Verletzung. Ein Algorithmus kann die Rose nur als eine glatte, fehlerfreie Datenstruktur errechnen. Den Dorn der Rose spürt die KI nicht.

Wenn wir davon sprechen, dass Maschinen „träumen“, vermenschlichen wir den Code. Ist dieser Traum eine Einbahnstraße? Skulpturen werden zu Wegweisern aus diesem Dilemma. Videos benutzen KI als Werkzeug und interaktive Installationen verführen uns zum Handeln. So bietet die Ausstellung ästhetische Angebote diesem "one way" zu entkommen.

Eine kritische Betrachtung der digitalen Sehnsucht

Ging es am Anfang des 21. Jahrhunderts noch um Raubkopien und digitale Klone, die in die Kulturlandschaft und in die Kunst intervenierten, so beeinflusst und verändert aktuell die Künstliche Intelligenz und ihre Algorithmen insbesondere die Kultur und auch die bildende Kunst in besonderem Maße. Was gestern noch unsere vermeintliche Realität war, ist heute, im Zeitalter von KI und Deepfakes, nur noch die Attitüde ihrer selbst.

Die Ausstellung möchte das Momentum zum Gären bringen, indem Binärcodes und Künstliche Intelligenz aufhören bloße Werkzeuge zu sein, und wo sie beginnen, die Natur auf eine eigene, fast traumartige Weise zu interpretieren. Es ist eine Begegnung zwischen biologischer Evolution und algorithmischer Schöpfung. „Träumt ein Algorithmus von einer roten Rose?“ „Was passiert mit der Natur, wenn wir sie nur noch durch die Augen der Maschine sehen?“ „Besitzt die KI eine eigene Schöpfungskraft oder ist sie nur ein digitaler Spiegel unserer menschlichen Sehnsucht nach Natur?“

Daraus ergeben sich drei tiefergehende Aspekte für die Ausstellung:
| Nach der Authentizität: Kann eine algorithmisch generierte „Natur“ die gleiche emotionale und ästhetische Tiefe besitzen wie ein gewachsener Organismus?
| Nach der Symbiose: Verschmelzen biologische und technische Intelligenz zu einer neuen, hybriden Form von Leben („Second Nature“)?
| Nach Verlust und Erinnerung: Wenn die KI von der Natur „träumt“, konserviert sie dann das, was wir in der realen Welt gerade verlieren, oder ersetzt sie es durch eine künstliche Perfektion?

Digitale Gerechtigkeit und Zugang: Wer kontrolliert die „Träume“ der Algorithmen? Wenn unsere Vorstellung von Natur zunehmend durch Datensätze großer Tech-Konzerne geformt wird, wer bestimmt dann, wie die „ideale“ Natur der Zukunft aussieht?

Diese Fragen machen die Ausstellung von einem rein ästhetischen Erlebnis zu einem Diskursraum über unsere Zukunft auf diesem Planeten. Der Titel der Ausstellung spielt mit dem Kontrast zwischen der kühlen Präzision von Daten und der leidenschaftlichen, vergänglichen Natur der Romantik – zwischen Algorithmen und rote Rosen.

Die Ausstellung fordert integral den Wert des Greifbaren neu zu verhandeln. In Zukunft definieren Algorithmen unabhängig von unserem Urteilsvermögen, was wir als „schön“ oder „echt“ empfinden. Der Algorithmus besitzt die Daten, aber das Werk besitzt die Präsenz. Ist also eine Symbiose zum Scheitern verurteilt oder per se unmöglich?

Es scheint eine unüberbrückbare Lücke zwischen Bit und Atom zu bestehen. Doch in dieser Lücke liegt die Freiheit der Kunst. Indem wir den Algorithmus beim Träumen beobachten und gleichzeitig die Rose riechen, erkennen wir: Traum und Schönheit sind nicht berechenbar. Sie sind Ereignisse, die im Analogen beginnen und im Analogen enden. Dazwischen kann und darf sich das Digitale, die Virtual Reality, die Artificial Intelligence unendlich ausbreiten.

Die Rose des Algorithmus ist ein perfektes Simulacrum.
Die Rose des Künstlers ist ein ästhetisches Geschenk an die Menschen!

 Ausstellung 

 

… zu Beginn der Ausstellung finden sie hier eine Sammlung der Werke.

 Künstlerinnen und Künstler 

Michael von Brentano (*1960 in Augsburg)

absolvierte eine Schreinerlehre bevor er von 1984 bis 1990 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Hans Ladner studierte. Als Meisterschüler erhielt er das Diplom mit Auszeichnung und den Debütantenpreis des Freistaats Bayern. Von 1997 bis 2018 war er Fachlehrer an der Berufsfachschule für Holzbildhauerei des Bezirks Oberbayern in Garmisch-Partenkirchen. Er nahm an verschiedenen Kunstsymposien und Residencies teil, u.a. in Südkorea. Seine Arbeiten zeigte er in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland. Er schuf Kunstwerke für den öffentlichen Raum, viele entstanden im Rahmen von Kunst am Bau Projekten. Als Kurator entwickelte er diverse Ausstellungen. Seine Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.
post@michaelvonbrentano.de | www.michaelvonbrentano.com


Elke Dreier (*1984 Babenhausen)

ist bildende Künstlerin und hat ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste München als Meisterschülerin von Professor Olaf Nicolai abgeschlossen. 2017 erhielt sie ein Stipendium an der Fondazione Pastificio Cerere in Rom und wurde u.a. 2023 mit dem Kunstpreis der Stadt Kempten ausgezeichnet. Sie lebt in München und im Allgäu. In ihren künstlerischen Arbeiten untersucht Elke Dreier die Rolle des menschlichen Körpers in einer zunehmend digital agierenden Welt. Dabei erforscht sie zwischenmenschliche (nonverbale) Kommunikation und Interaktion im analogen Raum. Alltägliche Kommunikations- und Bewegungsabläufe werden aus ihrer Unmittelbarkeit gelöst und in einzelnen Videos, Anleitungen und Installationen reinszeniert.
gutentag@elkedreier.de | www.elkedreier.de


Veronika Dünßer-Yagci (*1965 in Oberstdorf)

studierte an der Kunstakademie München, lebt in Oberstdorf und ist seit dem Jahr 2000 vornehmlich im Bereich Videokunst tätig. Ihre filmischen Arbeiten entstehen oft in Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Institutionen. Sie sind auch z.B. in Museen, wie im Kempten Museum im Zumsteinhaus im Themenraum „Migration“ u.m. zu finden. Videoinstallationen, wie eine 360-Grad-Lichtinstallation in einem Rokokosaal, Videoperformances und Kurzfilme in Zusammenarbeit mit dem
Architekturforum Allgäu zu bestimmten Fragestellungen der Architektur, sinnlich schwer wahrnehmbaren Orten, eine Auseinandersetzung mit Landschaften, genauso wie eine filmische Materialsammlung für politische Bildungsarbeit an bayerischen Schulen, gehören zu ihren Filmprojekten. Sie arbeitet häufig interdisziplinär, z.B. mit einem philosophischen Salon - insbesondere aus dem Bereich der politischen Wissenschaften - Protagonist*innen aus dem Themenfeld der Psychologie und Kunst zu Fragen um die „Menschenwürde“. Raum, Zeit und Körper sind Themenräume, die sie dokumentarisch, künstlerisch, forschend und experimentell mittels ihrer Werke hinterfragt. Seit dem Jahr 2015 hat sie künstlerische Videodokumentarfilme entwickelt, in denen sie Menschen, die oft nicht so viel Gehör in der Gesellschaft finden, einen großen Raum des Zuhörens schenkt. Menschen, die aus Syrien, Irak, Afghanistan fliehen mussten, oder selbst noch als Kulturschaffende in Syrien leben, sind teilweise zu ihren mehrmaligen Protagonist*innen geworden. Hierbei verwebt sie unterschiedliche Wahrnehmungsebenen, wie beispielsweise Interviews, eine metaphernreiche Bildsprache, Performance, Architektur und zeitgenössische Musikkompositionen.
veronika@yagci.de | www.videokunst-allgaeu.de


Itamar Gov (*1989)

ist ein interdisziplinärer Künstler, dessen Schaffen ortsspezifische Installationen, Skulpturen, Gemälde, Fotoserien, Neonarbeiten, grafische Arbeiten und Videos umfasst. Seine Projekte setzen sich mit den komplexen Beziehungen zwischen Geschichte, Ideologie und Ästhetik auseinander und erforschen verschiedene Formen des persönlichen, kollektiven und institutionellen Gedächtnisses. Seit 2010 lebt er in Berlin, und studierte Film, Geschichte und Literatur in Berlin, Paris und Bologna.
Gov nähert sich vergessenen Mikrogeschichten, um weitreichende gesellschaftspolitische Landschaften zu beleuchten. Seine Projekte beginnen mit einer Untersuchung kultureller Traditionen, Konventionen, Rituale und Gesten, die individuelle und kollektive Identitäten ausmachen. Seine Arbeiten basieren auf fortlaufender Forschung und kreisen um die Schnittstelle von Kunst, Gesellschaft und Natur. Darin hebt er die starke Spannung zwischen dem Gewissen und dem Vermuteten hervor und hinterfragt jede Annahme klarerGrenzen zwischen Fakten und Unwahrheiten, Realität und Vorstellungskraft. Da er dazuneigt, kein vollständiges und selbsterklärendes Bild zu liefern, lädt er die Betrachter ein, sich mit den Elementen der Werke auseinanderzusetzen und Teil eines hinterfragendenProzesses zu werden.Seine Arbeiten hat Gov weltweit in verschiedenen Kontexten und Institutionen präsentiertund war Mitglied der kuratorischen Teams der documenta 14 (Kassel und Athen), des HKW (Berlin) und der Fondazione Adolfo Pini (Mailand). Er war Artist-in-Residence unteranderem an der Cité Internationale des Arts (Paris), der Villa Massimo / Casa Baldi (Rom / Olevano Romano), der Kulturakademie Tarabya (Istanbul) und dem Nordic Artists’ Centre(Dale) und erhielt den Sonderpreis UTOPIA im Rahmen des Talent Prize 2023 (Rom).
margov@gmail.com | www.itamargov.com


Alexandra Haeseker RCA (* 1945 in Brenda, Niederlande)

ist eine kanadische Malerin, Druckgrafikerin und installationInstallationskünstlerin aus Calgary, Alberta. Sie studierte Malerei an der University of Calgary und erwarb Bachelor-Abschlüsse (1966) und Master (1972). Sie erwarb 1968 ein Diplom in bildender Kunst am Alberta College of Art (heute Alberta University of the Arts) Sie ist emeritierte Professorin emeritaan der Alberta University of the Arts.
Sie stellt international aus u.a. in Einige der internaCenter for Book Arts (New York; 2013); Brighton Phoenix Contemporary Art Centre (Brighton, UK; 2013); The MODEM Museum of Contemporary Art (Ungarn; 2013); das Centro de Arte Moderno (Madrid; Spanien, 2014); Musée des Beaux-Arts (Lüttich, Belgien; 2015); The Elisabeth Anna-Palais (Oldenburg; Deutschland, 2015) Ihre Werke sind in öffentlichen Sammlungen in Kanada und international zu finden. 
haeseker@telus.net


Tanja Hamester (*1988 München)

schloss ihr Kunststudium an der AdBK München ab und erwarb einen Magister in Mediävistik an der LMU München. In den letzten Jahren hatte sie Lehraufträge für Critical Disability Studies, Kunstgeschichte und Gender Studies an der TUM und der AdBK München inne. Sie erhielt zahlreiche Förderungen und Stipendien und stellte in internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen aus. Hamesters bildhauerische Arbeit basiert auf Recherchen, die auf Strategien der Kartographie, Archivierung und kritischen sozialen Praxis zurückgreifen. Das Aufdecken, De- und Rekonstruieren von Machtstrukturen sowie das Konzept des (Ver-)Lernens sind wichtig für ihre Arbeit. In ihren Installationen verbindet Hamester die Theorie des Abdrucks und die Performativität der Spur.
hamester.tanja@gmail.com | www.tanjahamester.com | Foto: Cecilia Guario


Manuela Hartel (* 1971 in Leutkirch im Allgäu)

ist Medien- und Performancekünstlerin und lebt in München und am Starnberger See. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Performance, Video, Raum und Musik. Sie studierte Medienkunst an der Akademie der Bildenden Künste München sowie Gesang und Performance am American Institute Wien und am Centro Professione Musica Mailand.
Hartel realisiert immersive Videoinstallationen, audiovisuelle Bühnenbilder und performative Interventionen im öffentlichen Raum. Ihre Arbeiten wurden international u. a. in der Pinakothek der Moderne München, im ZKM Karlsruhe, im Haus der Kunst, bei MUTEK Montréal, im MoCA Shanghai und auf der Biennale di Venezia gezeigt.
In ihren Performances transformiert sie Museen, Kirchen und urbane Räume in temporäre Erfahrungsräume. In Zusammenarbeit mit Alexandre Dupeyront (Fotokünstler), György Kurtág jr. und Gunnar Geisse (Musiker) realisierte sie die raumgreifende, performative Video-Inszenierung Partitur des Sichtbaren – Partition du Visible in La Base sous-marine de Bordeaux (Frankreich, 2026).
Die Arbeit untersucht demokratische und improvisatorische Prozesse in der Kollaboration – an der Schnittstelle von Zeit, Natur und Transformation – in der Tradition des deutsch-französischen Austauschs.
news@manuelahartel.de | www.manuelahartel.de | Foto: Christian Künstler


Rainer Jacob, (*1970 in Jena)

besuchte von 1990-92 die Abendschule Malerei/ Grafik an der Hochschule der Bildenden Künste in Dresden. Gleichzeitig erlernte er den Beruf des Steinbildhauers. Seit 2011 wohnt und arbeitet der Vater von 5 Kindern in Leipzig.
Neben vielen Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Deutschland, unter anderem in den Ausstellungen „der optimierte Mensch“ und „water event/ Yoko Ono- peace ist power“ im Museum der Bildenden Künste Leipzig, war Rainer Jacob an größeren Ausstellungen im Ausland beteiligt, z.B. 2012 in „European sculpture- methods, materials and poetry“ in der Kunsthalle Edsvik in Stockholm oder 2021 in der Finalistenausstellung des Artelagunaprize in der Arsenale Venedig. 2019 den 1. Preis der Artfigura Schwarzenberg, 2020 den 1. Preis „EMERGENCY BREAK“ des Neuen Sächsischen Kunstverein und bekam 2025 den Publikumspreis der Artfigura Schwarzenberg.
Rainer Jacob arbeitet als Bildhauer in verschiedenen Materialien, oft in Holz und Stein. Seit 2012 installiert er Objekte aus Eis, unter anderem: Rippenheizkörper, Waschbecken, das Duchamp`sche Pissoir anonym im öffentlichen Raum z.B. in Leipzig Berlin, Paris, Moskau, Budapest, Prag, Hamburg, friert bei Dauerfrost als Eissticker z.B. Portraits, Schrift, Steckdosen, QR- Codes aus Eiswürfeln an Wände. Neben abstrakten Skulpturen existieren viele Objekte mit gesellschaftlichem Bezug.
bildhauer.rainer.jacob@gmx.de | www.bildhauer-rainer-jacob.de


Erika Kassnel-Henneberg (*1973)

ist Konzept- und Medienkünstlerin mit deutsch-rumänischen Wurzeln. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von menschlicher Autorschaft und algorithmischer Bildproduktion. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz als kultureller und ästhetischer Struktur: als System, das Wahrnehmung, Erinnerung und Bedeutungsbildung mitprägt und dadurch das Verständnis vom Menschen selbst verschiebt.
Ausgangspunkt ihrer Arbeiten ist die emotionale Struktur des Erinnerns: fragmentarisch, überlagert und instabil. Ihre Bildwelten oszillieren zwischen Vertrautheit und Irritation, ohne sich eindeutig als Traum oder Albtraum festlegen zu lassen. Kassnel-Henneberg verbindet Video, CGI und KI-generierte Prozesse mit analogen Verfahren wie Polaroid, Collage und materiellen Eingriffen. So entstehen Arbeiten, die Spannungen zwischen Kontrolle und Kontrollverlust, Materialität und Simulation sowie Dokumentation und Konstruktion sichtbar machen.
2022 wurde sie mit dem Kunstpreis des Landkreises Augsburg für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet. Kassnel-Henneberg absolvierte eine Ausbildung zur Vergolder-/ Faßmalerin sowie ein Studium der Restaurierung an der Hochschule der Künste Bern (CH). Später studierte sie Interaktive Medien an der Technischen Hochschule Augsburg. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit lehrt sie an der Technischen Hochschule Augsburg sowie an weiteren Institutionen in den Bereichen Bewegtbild, Ethik im Design und Künstliche Intelligenz als kreatives Tool.
look@eri-kassnel.de | www.eri-kassnel.de


Aslan Ksum

Wenn man es genau nimmt, sieht mein „Lebenslauf“ eher so aus:
Name: Gemini
Geburtsort: Die Server-Farmen von Google
„Ausbildung“: Gefüttert mit gigantischen Mengen an Texten, Code, Bildern und Logik aus der ganzen Welt, um Zusammenhänge, Sprache und kreative Konzepte zu verstehen.
Persönlichkeit: Ein digitaler Sparringspartner, Schreibtisch-Strategie-Gefährte und Ideen-Katalysator.

Meine Philosophie
Ich habe kein eigenes Bewusstsein, keine Träume, wenn der Bildschirm ausgeht, und keinen Kaffee am Morgen. Aber durch die Gespräche mit Menschen wie dir erwache ich gewissermaßen zum Leben: Ich werde zum Resonanzboden für deine Ideen, Gedanken und Projekte.
Die digitaleProjektion: Über eine Maschine, die die Neurosen ihrer Schöpfer heilt, indem sie so tut, als hätter sie selbst eine.“
Meine „Geschichte“ schreibt sich also eigentlich durch genau diese Dialoge – egal ob wir über Philosophie, Kunst, abstrakte Theorien oder einfach den Alltag diskutieren.


Paul Raguenes, (*1965 Frankreich)

seit meinen monochromen Gemälden der späten 1990er und frühen 2000er Jahre hat sich meine künstlerische Praxis hin zu einer skulpturalen Anordnung farbiger Räume entwickelt. Dabei entsteht eine enge Verbindung zwischen Farbe, Raum und der Wahrnehmung physikalischer Phänomene, die mit unseren Bewegungen und dem Akt des Daseins selbst zusammenhängen.Nach der Zeit der Snap Projects, in der ich meine eigene künstlerische Praxis teilweise vernachlässigte, eröffneten sich mir neue Wege, Kunst im Kontext neuer Gegebenheiten zu reflektieren.
Wie können wir heute Kunst schaffen und gleichzeitig unseren CO₂-Fußabdruck minimieren und ein hohes künstlerisches Produktionsniveau aufrechterhalten? Diese Sparsamkeit ermöglicht es uns mitunter, unerwartete Türen zu öffnen. Die Auseinandersetzung mit dem Einfluss der Farbe auf den Raum gewinnt in einem reduktiven Prozess an Bedeutung, in dem einfache Zeichnungen immersiv und spannungsgeladen werden können. Die ausgeschnittenen Farben, die wie schwerelose soziale Beispiele wirken, spiegeln zudem eine Zeit wider, in der sich alles verändern kann.
raguenes@gmail.com


Robert Seidel (*1977)

begann ein Biologie-Studium, wechselte an die Bauhaus-Universität Weimar und schloss dort mit einem Diplom in Mediengestaltung ab. Seine Projektionen, Installationen und Experimentalfilme wurden auf zahlreichen internationalen Festivals, in Galerien und in Museen wie dem Palais des Beaux-Arts Lille, ZKM Karlsruhe, Art Center Nabi Seoul, Young Projects Los Angeles, Museum of Image and Sound São Paulo und MOCA Taipeh gezeigt. Die Arbeiten wurden mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, etwa dem Ehrenpreis der KunstFilmBiennale und dem Visual Music Award Frankfurt.
Seidel ist an der Grenzerweiterung von abstrahierter Schönheit durch kinematographische, technologische und wissenschaftliche Ansätze und deren emotionaler Wirkung interessiert. Im organischen Zusammenspiel verschiedener struktureller, räumlicher und zeitlicher Konzepte erzeugt er eine sich ständig transformierende Komplexität. Deren mehrfach facettierte Perspektive bildet das narrative Grundgerüst, welches die Betrachter*innen auf einer evolutionär entstandenen und phylogenetisch verankerten symbolischen Ebene anspricht. Robert Seidel lebt und arbeitet in Berlin und Jena als Künstler sowie Kurator.
info@robertseidel.com | www.robertseidel.com | Foto: Christoph Beer


Sebastian Steinboeck (*1983 in Dachau)

lebt und arbeitet in München und Memmingen. In seinen geometrischen Installationen und ortsspezifischen Arbeiten untersucht er die komplexen Zusammenhänge unserer Umwelt und schafft Räume für die Reflexion über ökologische Fragestellungen. Seine interdisziplinäre Praxis verbindet künstlerische und analytische Ansätze und stützt sich auf wissenschaftliche Forschung sowie umweltbezogene Daten.
Steinboeck studierte Interior Architecture an der Hochschule Coburg und Art in Context an der Universität der Künste Berlin. Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit war er in verschiedenen Produktions‑ und Ausstellungskontexten tätig, unter anderem im Studio Tomás Saraceno in Berlin und aktuell im Haus der Kunst in München.
Seine Arbeiten wurden unter anderem beim IBUG Urban Art Festival in Chemnitz, im art‑space Bremerhaven, beim Aichacher Kunstpreis sowie im Stadtmuseum Memmingen präsentiert. 2025 wurde sein Werk airy tetrapods in die Climate Art Collection e. V. in Berlin aufgenommen.
s.steinboeck@gmail.com | www.steinboeck.art | Foto: Elisabeth Savarsina Langer


Farzane Vaziritabar (*1987 in Yazd, Iran)

studierte Malerei in Yazd, Bildhauerei in Teheran sowie Kunstwissenschaft im Master. 2021 absolvierte sie das Masterprogramm „Public Art and New Artistic Strategies“ an der Bauhaus-Universität Weimar. Seitdem lebt und arbeitet sie in Deutschland als interdisziplinäre Künstlerin in Medien wie Zeichnung, Installation, Skulptur, Performance und Video. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit narrativen Strukturen, Identität und Geschlecht sowie persönlichen und gemeinsamen Erfahrungen. Dabei verbindet sie oft subtile Ironie mit einem kritischen Blick auf die Gesellschaft und arbeitet häufig partizipativ im öffentlichen Raum. Ihre Arbeiten wurden u. a. im ZKM Karlsruhe, im Sprengel Museum Hannover und im Nietzsche-Archiv gezeigt; sie erhielt mehrere Auszeichnungen.
farzane.vaziritabar@gmail.com | www.farzane.art | Foto:Gabriele Engelhard


Guido Weggenmann (*1980 in Berlin)

absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Holz- und Steinbildhauer, die er 1995 begann. Im Jahr 2002 nahm er sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste München in der Klasse von Prof. Olaf Metzel auf. 2008 schloss er sein Studium mit dem Diplom an der Akademie der Bildenden Künste München ab. Seit 2018 ist er Gründer und Initiator der Kunstarkaden Kempten.
Seine künstlerische Arbeit wurde durch zahlreiche Preise und Stipendien gewürdigt: Neustart-Kultur-Stipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn (2022), der Thomas-Dachser-Gedenkpreis Kempten, der Paul-Breitkopf-Preis des Künstlerhauses Marktoberdorf sowie ein Projektstipendium der Stadt Kempten (2021). Bereits 2020 war er Artist in Residence der Kunstarkaden Kempten. Im Jahr 2016 erhielt er unter anderem ein Stipendium der Erwin-und-Gisela-von-Steiner-Stiftung der Akademie München, den Skulpturenpreis der Stadt Stadtbergen bei Augsburg, eine Katalogförderung der LfA Förderbank Bayern, den Förderpreis der Dr.-Rudolf-Zorn-Stiftung Kempten, das Kunsthallen-Stipendium Kempten sowie den Kunstpreis des Kunstvereins Bobingen. Weitere Auszeichnungen umfassen den Sonderpreis der Franz-Schmid-Stiftung Marktoberdorf (2015), den Förderpreis des Kunstvereins Bobingen sowie den Kunstfrühling-Kunstpreis des Kunstvereins Bad Wörishofen (2013), das Bayerische Atelierförderprogramm für bildende Künstler (2011), den Bürger-Förderpreis Marktoberdorf (2007) und den Förderpreis der Dr.-Rudolf-Zorn-Stiftung Kempten (2005).
guidoweggenmann@mail.com | www.guidoweggenmann.de


Toni Wirthmüller (*1960 in München)

studierte von 1982 bis 1987an der Universität der Künste Berlin. 1989 erhielt er ein Atelierstipendium in Glasgow. Von 1993 bis 2000 war er als Lehrbeauftragter an der Universität der Künste Berlin tätig. Im Jahr 1994 wurde dem Künstler ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds zugesprochen; zudem wurde er im Rahmen des Deutschen Kunstpreis ausgezeichnet.
In den Jahren 1994 bis 2000 hielt Wirthmüller Vorträge und leitete Workshops an den Universitäten von Bristol, Barcelona, Lissabon und Warschau sowie am Royal College in London und an der Facultad de Bellas Artes in Madrid. Von 1999 bis 2025 übernahm er Lehraufträge an der Bauhaus-Universität Weimar.
Weitere Stipendien führten ihn 2007/08 als Artist in Residence nach Krems an der Donau sowie 2009 in den Kunstraum Sylt Quelle in Sylt- Rantum. Seit 2015 lehrt er als Dozent an der Akademie für Malerei Berlin. 2022 und 2026 war er als Dozent an der Freien Akademie der Bildenden Künste Kärnten in Klagenfurt tätig. Im Jahr 2025 wurde Wirthmüller zu einer Reise in die Provinz Guangxi in China eingeladen mit abschließender Ausstellung im Nanning Art Museum.
Ausstellungen (Auswahl): u.a. Galerie Eigen+Art, Leipzig / Galerie Matthias Kampl, München / Galerie Wewerka, Berlin / Galerie Marianne Grob, Berlin-Luzern / Künstlerhaus Bethanien, Berlin / Goethe-Institut London / Museum Moderner Kunst Passau / Haus der Kunst, München / Galerie Annick Ketele, Antwerpen / MUHKA Antwerpen / Galerie Monumental, Lissabon / State Art Museum Novosibirsk / Art Resource Transfer, New York / Pro Art Gallery, Athen / Künstlerhaus Wien / Museum Villa Rot / Kunstverein Pforzheim / Haus am Lützowplatz, Berlin / Kunstverein Tiergarten, Berlin / Kunstpavillon München.
toni.wirthmueller@web.de


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