HÄRLE AKTUELL

"Ich gehe jetzt in die Oper und schreie"

In der Malztenne der Brauerei Härle hat Hannes Hauptkorn seinen Zuschauern tragikomische Einsichten in das gebeutelte Leben eines Kontrabassisten gewährt. Der Auftakt seiner Allgäuer Tournee ist ihm mit seiner Inszenierung des "Kontrabasses" gelungen.
Sichtlich erleichtert verbeugt sich Hannes Hauptkorn nach einem sowohl sprachlichen als auch emotionalen Kraftakt vor seinem begeisterten Publikum. In der Rolle eines Kontrabassisten hat er etwa neunzig Minuten lang proportional zu seinem Alkoholpegel die Karten seines Lebens auf den Tisch gelegt.  

In Patrick Süskinds (bekannt durch den Roman "Das Parfüm") Theaterstück kommt ein Kontrabassist zu Wort, der anfänglich seinem Publikum zu vermitteln versucht, welch ein verkanntes Künstler-Dasein er im Orchester fristet. Nüchtern erkennt er, dass er nie im Fokus der Musikkritik stehen wird. Als ausgewiesener Musikexperte - immerhin ist er Orchestermitglied - beurteilt er die Relevanz des Kontrabasses hingegen anders: "Der Kontrabass ist das wichtigste Orchesterinstrument." Während er erzählt und ein Bier nach dem anderen trinkt - aufgrund "des Flüssigkeitsverlusts" - ändert er seine Meinung und der Zuschauer stellt schnell fest, dass sein schalldichtes Musikzimmer die Isolation von seiner Umwelt verdeutlicht.  

Im Suff platzt es schließlich aus dem Musiker heraus, dass er in die Ensemble-Sopranistin Sarah verliebt ist. Leider kennen die beiden sich nicht; die Distanz zwischen ihnen scheint schier unüberbrückbar. Verzweifelt erkennt der Kontrabassist, dass er in einem schalldichten Raum steht "und an sie denkt mit einem Instrument, das keinen Ton spielt, den sie singt."  

Sein Hass auf das Instrument, das die ganze Zeit überwachend in der Ecke steht, wächst. Er macht den Bass verantwortlich für sein bisher unmelodiöses Leben.  
Und noch ein BierF.F.F.  

Nach dem Genuss weiterer Biere gelangt er zu der Einsicht , dass er nicht mehr als ein Geräusch produziere. Schließlich muss er sich zur Premiere von "Rheingold" aufmachen . Und zu Sarah, deren Namen er heute Abend in der Oper laut heraus schreien will, denn er erkennt: "Man verelendet so oder so!" Ob er es tatsächlich tun wird, bleibt jedoch fraglich.  

Aus: Schwäbische Zeitung, 22.01.2008

Veröffentlicht am: 16.02.2008
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